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Impulsabend (12.10.2018)

Stefanie Egger, FH Joanneum

Rund 70 Teilnehmer – Studierende und Lehrende der FH-Joanneum, aber auch Vertreter aus Industrie und Wirtschaft – kamen am 12.10.2018 an die FH-Joanneum, um am tekom-Impulsabend Interessantes aus Lehre und Praxis zu erfahren.

Nach einleitenden Worten des Präsidenten der tekom Österreich, DI Franz Steiner, eröffnete Mag. Martina Windisch-König, Lehrgangsleiterin des Masterlehrgangs „Technische Dokumentation“ an der FH-Joanneum den Abend und erklärte, wie facettenreich sich eine moderne Technische Dokumentation präsentiert. Sie stellte das Curriculum vor und betonte, wie in der universitären Ausbildung auf die Anforderungen aus der Praxis eingegangen wird. Kooperationspartner des Lehrgangs sind die Firmen Opens external link in current windowSchema, Opens external link in current windowgds, Opens external link in current windowKaleidoscope, Opens external link in current windowSDL Trados und Opens external link in current windowCAVEO und die tekom, der größte europäische Fachverband für Technische Kommunikation.

Informationen zum Lehrgang:

Technische Dokumentation im Holzhausbau – Anwendung von Metadaten und Modularisierung

Der erste Impulsvortrag an diesem Abend widmete sich der Technischen Dokumentation im Holzhausbau. DI Helene Bauer erklärte die Anwendung von Metadaten und die Modularisierung von Informationen im Hinblick auf die Erstellung eines Benutzerhandbuchs.

Wie kann eine Modularisierung von vorliegenden Informationen oder Inhalten im Vollholzhausbau sowie die Entwicklung einer Struktur von Metadaten dazu beitragen, ein zielgruppengerechtes Handbuch je nach Lebensphase des Gebäudes erstellen zu können? Ein Redaktionssystem dient als Basis, damit außer der genannten Modularisierung und Strukturierung durch Metadaten die Möglichkeit besteht, neben dem herkömmlichen Papierformat auch weitere Medien berücksichtigen zu können, wie es beispielsweise bei der Dokumentation von Smart Homes notwendig sein kann.

Technische Dokumentation als interdisziplinäre Schnittstelle im Sondermaschinenbau

Johannes Marchel stellte in seinem kurzweiligen Vortrag fest, dass die rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Erfordernisse die Technische Dokumentation zu einem Fachgebiet machen, dessen Komplexität in vielen Unternehmen oftmals unterschätzt wird. Anhand eines Praxisbeispiels zeigte er in seiner Arbeit Lösungsansätze auf, wie interdisziplinäre Maßnahmen zeitnah in einem KMU erarbeitet und in einen Arbeitsprozess implementiert werden können.

Der für die Präsentation ausgewählte Kooperationsbetrieb spezialisierte sich auf die Entwicklung und den Bau von Schweißvorrichtungen für eine breite Palette an unterschiedlichsten Einsatzmöglichkeiten. Trotz der überschaubaren Teamgröße (derzeit 4 Beschäftigte) werden ausgefeilte, modulare Gesamtlösungen für Kunden kreiert, die oftmals in sportlicher Durchlaufzeit und dennoch hoher Fertigungstiefe realisiert werden. Welche wichtige Rolle vor allem auch die Technische Dokumentation spielt, wurde im vorgestellten Projekt exemplarisch dargestellt und es wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Teilaufgaben und Inhalte modularisiert werden können, sodass sie zeitsparend und variabel wiederverwendet werden können.

Agile Dokumentation

Als letzter Referent war Michael Valent, Vorstandsmitglied der tekom Österreich, an der Reihe. Er ist Spezialist für Softwaredokumentation und hat vor rund 10 Jahren seine Vorliebe für agile Methoden entdeckt. Seit um die Jahrtausendwende die Prinzipien des „Extreme Programming“ und das „Manifest für Agile Softwareentwicklung“ formell publiziert wurden, haben mehr und mehr Hersteller die vorteilhaften Auswirkungen auf die Softwarequalität erkannt, die agile Methoden in der Entwicklung haben können. Im ersten Teil des Impulsvortrags gab er einen kleinen Überblick über gängige agile Entwicklungsmethoden und erklärte, warum „agil“ eigentlich der falsche Begriff ist. Danach grenzte er die aller Wahrscheinlichkeit nach am meisten verwendeten Methoden „Scrum“ und „Kanban“ voneinander ab, um den Unterschied zwischen iterativen und kontinuierlichen agilen Prozessen herauszuarbeiten. Im dritten Teil beleuchtete er die Informationsentwicklung in diesen Umgebungen und betonte die Notwendigkeit, Rollenmodelle für SchreiberInnen und LeserInnen zu entwickeln.  

Dem Umstand, dass derart spezielle Methoden und Prozesse auch spezielle Herausforderungen an Technische RedakteurInnen stellen, war der dritte Teil des Vortrags gewidmet. Dabei wurde die notwendige Breite der Informationsentwicklung betont, die über herkömmliche Dokumentation weit hinausgeht und viele verschiedene Rollen und Quellen umfasst. Nützliche Tipps aus der Praxis rundeten den Vortrag ab.

Netzwerken

Nach den Impulsvorträgen nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit zum Netzwerken am Buffet. 

Fotoimpressionen (von Stefanie Egger)

Franz Steiner, tekom Österreich
Martina Windisch-König, FH Joanneum
Helene Bauer, FH Joanneum
Johannes Marchel, FH Joanneum
Michael Valent, tekom Österreich